Bart Ehrman: God’s Problem

Über Bart Ehrman schrieb ich an dieser Stelle schon öfters, ist er doch einer der lesenswertesten Relgionskritiker und Bibelwissenschaftler (im richtigen Sinn des Wortes). In God’s Problem nimmt er sich des in der Tat größten Problems an, das nicht nur die christliche Religion dem denkenden Menschen stellt: Wie passt das monotheistische Gottesverständnis mit dem Leiden auf der Welt zusammen? Die Theodizee steht also im Mittelpunkt.

Ehrman beleuchtet das Problem und die traditionellen Erklärungen aus vielen Perspektiven. Er beschäftigt sich besonders ausführlich mit den diversen Rechtfertigungsversuchen des Leidens im Alten und Neuen Testament. Davon gibt es eine ganze Reihe und für den Bibelfesten ist es keine Überraschung, dass diese widersprüchlich sind. Nebenbei ist das Buch auch eine Art Weltanschauungs-Biographie, da Ehrman keinen Hehl daraus macht, dass es nicht zuletzt das Theodizeeproblem war, das ihn vom Glauben abbrachte. Zusätzlich zu seiner in anderen Büchern ausführlich dokumentierten Beschäftigung mit der Entstehungsgeschichte des Neuen Testaments.

Wer sich für Religionskritik interessiert und nachlesen will, wie klassische theologische Erklärungen hier ins Leere laufen, der wird God’s Problem mit Gewinn lesen.

Bart Ehrman: God’s Problem. How the Bible Fails to Answer Our Most Important Question – Why We Suffer (HarperOne)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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