Richard Strauss: Salome

Wiener Staatsoper 24.5.

Dirigent: Leif Segerstam
Inszenierung: Boleslaw Barlog
Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose

Herodes: Thomas Moser
Herodias: Elisabeth Kulman
Salome: Nancy Gustafson
Jochanaan: Juha Uusitalo

Salome gehört sicher zu denjenigen Opern, über deren Aktualität man nicht lange diskutieren muß. Ignorantes Prophetentum und klinisch psychologisch deviantes Verhalten findet sich in der Gegenwart zuhauf. Salome würde heutzutage freilich nach dem Kuß des geköpften Kopfes des Jochanaans nicht mehr hingerichtet, sondern zu allen Talkshows eingeladen.

Musikalisch war der Abend beinahe makellos. Das Wiener Staatsopernorchester spielte mit einer rauhen Furiosität, welche sich vor einem (guten!) Orchesterkonzert der Wiener Philharmoniker nicht verstecken müßte. Das paßte natürlich hervorragend zur pathologischen Handlung. Stimmlich waren alle Protagonisten ebenfalls bestens disponiert. Sogar das vergleichsweise traditionelle Bühnenbild tat dem tollen Gesamteindruck keinen Abbruch.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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