Tulpan

Filmcasino 23.3.

Regie: Sergei Dvortsevoy

Der Film ist so ungewöhnlich, dass er auf alle Fälle eine Notiz verdient. Es war mein erster kasachischer Film, und ich war wohl der einzige im spärlich besetzten Kinosaal, der schon einmal in Kasachstan unterwegs war. Die Handlung ist folkloristisch, und zwar im besten Sinn des Wortes. In langsamen Bildern wird das (harte) Hirtenleben in der kasachischen Steppe ästhetisch aufgearbeitet. Der junge Asa kommt von der Marine zurück in die Jurte seiner Eltern und träumt von einem modernen landwirtschaftlichen Betrieb in der Steppe. Voraussetzung für diese Selbständigkeit wäre eine Heirat. Doch es herrscht eklatanter Frauenmangel und die ins Auge gefasste Tulpan verweigert sich.

Das geschilderte Leben in und außerhalb der Jurte wirkt kulturell sehr authentisch, und das ist auch die größte Stärke des Films. Das moderne Kasachstan kommt freilich nur als Projektionsfolie der Protagonisten vor.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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