Richard Strauss: Der Rosenkavalier

Wiener Staatsoper 2.2.

Dirigent: Peter Schneider
nach einer Inszenierung
von: Otto Schenk

Feldmarschallin: Soile Isokoski
Baron Ochs: Kurt Rydl
Octavian: Michaela Selinger
Faninal: Oskar Hillebrandt
Sophie: Daniela Fally

Den Rosenkavalier könnte man als anspruchsvolle Antwort auf die zahlreichen Wiener Operetten bezeichnen. Musikalisch eine spannende Mischung aus moderner Klangsprache und vielen Anklängen an Melodien, die als klassisch „Wienerisch“ gelten. Auch die Komplexität der Charaktere ist, bei allem Komödiantentum, weitaus größer als im Genre üblich ist, etwa bei der Marschallin. Deren ausführliche Kontemplation über die Vergänglichkeit wäre ein weiteres Beispiel für die Sonderstellung des Werks.

Musikalisch war der Abend erstklassig. Die Sängerinnen und Sänger agierten durchgehend auf hohem Niveau. Das erstreckte sich speziell bei Michaela Selinger und Kurt Rydl auch auf die schauspielerische Seite. Das Wiener Staatsopernorchester unter Peter Schneider hielt tapferer mit als an manchem anderen Abend.

Der Haken: Die Inszenierung wurde offenbar aus einem Opernmuseum importiert. Otto Schenks naturalistisches Bühnengeschehen ist nicht ohne Charme und Komik. Man hat aber trotzdem ständig das ungute Gefühl, ästhetisch im falschen Jahrhundert zu sitzen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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