Shakespeare: Antonius und Cleopatra

Burgtheater 10.1.

Regie: Stefan Pucher
Antonius: Wolfram Koch
Julius Cäsar/Octavius Cäsar: Alexander Scheer
Lepidus: Marcus Kiepe
Pompejus: Peter Knaack
Enobarbus: Oliver Masucci
u.a.

Es ist schon eine Kunst, so viele schlechte Shakespeare-Inszenierungen zu produzieren wie das Burgtheater in den letzten Jahren. Stefan Pucher reiht sich würdig in diese Reihe ein. Zugegeben: Antonius und Cleopatra ist ein schwieriges Stück. Mehr als 40 Szenen, die im gesamten Mittelmeerraum spielen, mit vielen Protagonisten und einer komplexen Geschichte. Auf der anderen Seite böte es die Möglichkeit, zahlreiche aktuelle Bezüge aufzugreifen, etwa die Okzident/Orient-Thematik.

Pucher inszeniert das Stück mit großem Aufwand. Ständig werden riesige Wagen auf der Bühne bewegt. Cleopatras Gefährt ist mit zwei Elefanten verziert. Das ist wohl ebenso ironisch gemeint wie die Anspielungen auf die monumentalen Historienschinken aus Hollywood. Hinter dieser oberflächlichen Umtriebigkeit herrscht aber geistige Leere. Es wirkt nicht so als hätte Pucher das Stück verstanden. Die Szenen reihen sich ohne intellektuelle Verknüpfung aneinander. Die Theatereffekte verpuffen. Auch das modernen Inszenierungen gewogene Publikum ist peinlich berührt. Die Kostüme sind ebenfalls von peinlicher Sinnlosigkeit.

Ich habe das Burgtheater in der Pause verlassen. Laut Kritikerkollegen sollte die zweite Hälfte ja noch wesentlich schlimmer werden als die erste.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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