Edvard Munch und das Unheimliche

Leopold Museum 3.1.

Munch schrieb vor allem aus zwei Gründen Kunstgeschichte: Zum einen war er ein prägender Einfluss auf den deutschen Expressionismus. Seine Ausstellung 1892 im Verein Berliner Künstler löste einen großen Skandal aus und seitdem blieb er im Bewusstsein der deutschen Kunstszene präsent. Zum anderen schuf er ästhethische Maßstäbe setzende Ikonen des modernen Bewusstseins von denen Der Schrei das berühmteste ist – im Leopold Museum mit einem Druck vertreten. Munchs Besessenheit mit Krankheit und Tod dürfte mit seiner Kindheit zusammenhängen, die voller tragischer Ereignisse war.

Die Ausstellung konzentriert sich auf das „unheimliche“ Frühwerk und zeigt eine Auswahl davon in zwei Räumen. Darunter sein Portrait August Strindbergs und sein berühmtes Selbstbildnis in der Hölle. Den weitaus größten Teil der Schau macht allerdings die Erkundung des Unheimlichen bei zeitgenössischen Malern aus, deren Werke man in Themenräumen präsentiert. Bei nicht wenigen Bildern scheint aber das Thema (etwa Spiritismus) wichtiger gewesen zu sein als die ästhetische Qualität. Überhaupt wäre bei dieser Exploration des Aberglaubens in der Kunst eine kritischere kuratorische Begleitung angebracht gewesen. (Bis 18.1.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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