Whatever Works

USA 2009
Regie: Woody Allen

Zweimal sah ich den neuen Film und bin mir inzwischen sicher, dass es sich um den besten Allen-Film seit Deconstructing Harry (1997) handelt. Die scharfe Misanthropie des Boris Yellnikoff ist mehrfach gebrochen. Er wirkt einerseits nicht als das brilliante Genie, das er zu sein vorgibt. Andererseits ist er näher an psychisch-klinischen Zuständen wie die Figuren in anderen Filmen. Das bricht die bitterbösen Monologe etwas, die nüchtern betrachtet näher an der Wahrheit sind, als es die meisten Menschen gerne hätten. Woody Allen scheint nach den letzten Filmen seine Schaffenskrise endlich überwunden zu haben, die ersten Filme der Dekade waren vergleichsweise schwach.
Es ist sicher richtig, dass er mit Whatever Works keine neuen Wege beschreitet, sondern seine alten Themen einmal mehr variiert. Dies aber auf hohem Niveau.

2 Antworten auf Whatever Works

  • Dostoevskij sagt:

    Das Drehbuch ist 30 Jahre alt gewesen, sagt Wikipedia. Vielleicht erklärt das einiges.

  • Sehr geehrter Herr Köllerer,

    stimme Ihrem Urteil völlig zu: „Whatever Works“ ist ein neuer ausgezeichneter Woody Allen Film! Habe mich, ausser in Scoop, selten so gut amüsiert.

    Ihre Webseite enthält immer sehr gute, vergnügliche Hinweise. Danke!

    Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für das Neue Jahr,

    H.G. Schuster

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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