Thomas Bernhard

Beton (Suhrkamp)

Mehr eine längere Erzählung als ein Roman wird Beton üblicherweise den längeren Prosawerken Bernhards zugeordnet. Es ist 1982 erschienen und auf den ersten Blick ein klassischer Bernhard-Text. Ein monomaner Geistesmensch, Musikwissenschaftler, arbeitet seit vielen Jahren vergeblich an einer Arbeit über Mendelssohn-Bartholdy. Dieses Scheitern, die möglichen Gründe dafür und die üblichen Idiosynkrasien werden in einem langen Monolog ausgebreitet.

Interessanterweise wird dieses Schema im letzten Teil des Buches durchbrochen. Dieser spielt in Palma auf Mallorca und unser Geistesmensch begegnet einer jungen Frau, die ihm ihr tragisches Schicksal erzählt. Der monomane Selbstbezug der Bernhardschen Prosa wird damit durchbrochen und Beton erhält dadurch eine realistischere Note als andere seiner Werke. Bin mir nicht sicher, ob das der Erzählung nicht formal mehr schadet als es ihr inhaltlich von Nutzen ist.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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