NZZ über das Wiener Opernpublikum

Angesichts der Premiere von Macbeth in der Wiener Staatsoper, verliert die NZZ ein paar treffende böse Worte über das Wiener Opernpublikum:

Dass viele Premierenbesucher das nicht sehen und sich schon gar nicht darauf einlassen wollten, wie die Inszenierung alles Wesentliche ganz nahe am Stück entwickelt, war allerdings ein Kapitel für sich. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich während der Aufführung von der Galerie her Störaktionen. Schon nach wenigen Minuten nahmen sie ihren Anfang, in den schlüssigsten Passagen entzündeten sie sich mitten in die Musik hinein oder während poetischer Augenblicke der Stille, schliesslich brachten sie die Vorstellung bis an den Rand des Abbruchs.

[…]

Dass das konservative Wiener Publikum sich leicht irritieren lässt, ist ja nun nichts Neues. Mit seinen blindwütigen Reflexen hat es sich aber diesmal von seiner unsympathischsten Seite gezeigt. So war bei diesem «Macbeth» das Spektakel im Zuschauerraum die eigentliche Tragödie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets