Wiener Philharmoniker / Thielemann

Konzerthaus 13.11.

Ludwig van Beethoven:
Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93
Ouverture zu «Egmont» op. 84
Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Christian Thielemann ist wohl derzeit die kontroverseste Person des Klassikbetriebs. Man könnte meinen, er würde immer direkt aus der Mitte des vorherigen Jahrhunderts anreisen, wenn er den Konzertsaal betritt. Wilhelm Furtwängler ist denn auch sein dezidiertes Vorbild. Er verkörpert also den klassischen Kapellmeister alten Zuschnitts, und das dürfte ein Grund dafür sein, warum er im Streit von München weggeht.

Seine Ästhetik ist entsprechend. Die Debatten der letzten Jahrzehnte rund um die historische Aufführungspraxis ignoriert er hartnäckig. Er interpretiert das klassisch-romantische Repertoire wie er es für richtig hält. Diese künstlerische Sturheit finde ich nicht unsympathisch.

So sah ich schon lange nicht mehr so viele Musiker auf dem Podium, die Beethoven spielen. Thielemann setzte pointiert auf die fulminanten Effekte, an denen gerade die Siebte und Achte ja nicht arm sind. Als „Kontrapunkt“ konzentrierte er sich auch sehr auf die leisen Passagen, ließ auch immer wieder längere Pausen zu. Transparanter kann man Beethoven in dieser Großbesetzung wohl nicht geben.

Pluralität im Konzertbetrieb ist nichts Schlechtes. Wenn es denn „konservative“ Ästhetik sein soll, dann wenigstens auf höchstem Niveau. Thielemann scheint sich das vorgenommen zu haben und er ist auf gutem Weg dahin.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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