Naturalistische Bibliomanie

Laura. […] Sehen Sie, er hat mitunter die ausgefallensten Ideen – die er ja als Gelehrter von mir aus ruhig haben könnte, wenn dadurch nicht die Existenz der ganzen Familie gefährdet wäre. So hat er zum Beispiel eine Manie, alles mögliche zu kaufen.

Der Arzt. Das klingt bedenklich. Was kauft er denn?

Laura. Ganze Kisten voll Bücher, die er nie liest.

Der Arzt. Nun, daß ein Gelehrter Bücher kauft, ist noch nicht weiter schlimm.

Laura. Sie glauben nicht, was ich sage?

August Strindberg: Der Vater

Eine Antwort auf Naturalistische Bibliomanie

  • Wiegers sagt:

    Wirklich sehr hübsch. Aber nichts gegen Robert Trevelyan.

    Bob Trevelyan was, I think, the most bookish person that I have ever known. What is in books appeared to him interesting, whereas what is only real life was negligible. Like all the family, he had a minute knowledge of the strategy and tactics concerned in all the great battles of the world, so far as these appear in reputable books of history. But I was staying with him during the crisis of the battle of the Marne, and as it was Sunday we could only get a newspaper by walking two miles. He did not think the battle sufficiently interesting to be worth it, because battles in mere newspapers are vulgar. I once devised a test question which I put to many people to discover whether they were pessimists. The question was: ‘If you had the power to destroy the world, would you do so?’ I put the question to him in the presence of his wife and child, and he replied: ‘What? Destroy my library? – Never!’

    (Bertrand Russell, Autobiography – ein Buch, das mir ein Kurs der Teaching Company empfohlen hat, auf die wiederum ich durch diese Seite aufmerksam geworden bin: Dafür an dieser Stelle vielen Dank!)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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