Helmuth Nürnberger

Joseph Roth (rororo monographie)

Unter den lieferbaren rororo monographien finden sich welche mit mehreren Jahrzehnten auf dem Buckel. So auch das Büchlein Nürnbergers über Joseph Roth, das erstmals 1981 erschien. Immerhin wurde es anläßlich der Neuausgabe 2002 um ein Nachwort Nürnbergers ergänzt, das kurz einige neuere Entwicklungen der Forschung beschreibt.

Die Monographie ist sehr informativ und aufgrund der unprätentiösen Schreibweise Nürnbergers auch sehr lesenswert. Er merkt an einer Stelle an, dass er sich zu diversen privaten Problemen Roths nicht äußert, da der Platz nur für eine oberflächliche Behandlung ausreichte. So konzentriert er sich auf das Werk und den kulturgeschichtlichen Kontext, ohne freilich Roths Alkoholprobleme und andere Schrullen völlig zu verschweigen.

Nürnberger findet in seiner Darstellung die richtige Balance zwischen Kritik an den – sagen wir schrägeren – Ansichten in den dreißiger Jahren und deren Erläuterung aus dem biographischen Erlebnissen. Die Beschreibung der Veröffentlichungen Roths könnte ab und an ausführlicher sein. Wer an einer kleinen, kompetenten Einführung in Roths Leben und Werk interessiert ist, liegt mit diesem Buch sicher richtig.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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