Shakespeare: All’s Well That Ends well

Olivier Theatre London 4.7.

Director: Marianne Elliot
Bertram: George Rainsford
Helena: Michelle Terry
Parolles: Conleth Hill
u.a.

Ich war sehr gespannt auf den Abend. Wie würde das National Theatre Shakespeares nicht allzu populäre Komödie auf die Bühne bringen? Experimentell oder klassisch-literarisch? Auf einer Skala zwischen diesen beiden Polen war die Inszenierung eher auf der Seite des Literaturtheaters zu finden. So urwüchsig-traditionelles Schauspiel-Handwerk sah ich schon lange nicht mehr, inklusive perfekt besetzten Komödien-Stereotypen wie den komischen Diener der Countess of Rossillion.
Das Gesamtkonzept war mit feinem britischen Humor unterlegt. Als Beispiel dafür möge das märchenhaft-ironische Spukschloss als Bühnenbild dienen. Das Ergebnis war ein runder und sehr erfreulicher Theaterabend. Elliots Regie balancierte so gekonnt zwischen den diversen Abgründen des Stücks (Märchen versus Psychodrama; Komödie versus Problemstück…), dass man sie zu dieser Leistung nur beglückwünschen kann. Nicht zuletzt gehört auch viel Mut dazu, eine solche Regielinie zu vertreten. Ein Fehler, dass ich bisher nicht öfters in London ins Theater ging.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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