Der neue Wiener Ring (2): Die Walküre

Wiener Staatsoper 17.5.

Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Dirigent: Franz Welser-Möst
Siegmund, ein Wälsung: Johan Botha
Hunding, Verbündeter des Geschlechts der Neidinge: Ain Anger
Wotan, der Göttervater: Juha Uusitalo
Sieglinde, Siegmunds Schwester, Hundings Frau: Nina Stemme
Brünnhilde, Wotans Tochter, Walküre: Eva Johansson
Fricka, Wotans Gattin, Göttin der Ehe: Michaela Schuster

Die Inszenierung wird auch beim zweiten Mal nicht besser. Man entdeckt keine Subtilitäten, die man beim ersten Mal vielleicht übersehen hätte, sondern ärgert sich über die intellektuelle Schlichtheit der Angelegenheit. Speziell das Hantieren mit ausgestopften Wölfen überschreitet die Grenze von überflüssig zu peinlich.

Musikalisch sah es erfreulicherweise anders aus. Mit Ausnahme vom mehrmals patzenden ersten Trompeter, offenbar eine Aushilfe vom Kurorchester Bad Hall, war es ein Abend auf sehr hohem Niveau. Im funkelnden ersten Aufzug gaben Stemme und Botha ein hervorragendes Zwillingspaar ab, unterstützt vom hervorragend disponierten Ain Anger als Hunding. Der anschließende Ehestreit zwischen Uusitalo und Michaela Schuster (Wotan/Fricka) war nicht – wie so oft – brav heruntergesungen, sondern die psychischen Nuancen kamen fein nuanciert.

Auf diesem Niveau ging es auch mit der Konfrontation Wotan/Brünhilde weiter. Franz Welser-Möst wurde am Ende wieder zurecht bejubelt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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