Buster Keaton: Der General (1926)

Filmcasino 22.3.

Nach City Lights ein weiterer Stummfilm mit Live Musik im Rahmen des 10. Akkordeonfestivals. Exzellent begleitet diesmal von Sasha Shevchenko. Keaton gilt neben Chaplin als der beste Stummfilm-Komiker und „Der General“ zeigt, dass dieser Ruf durchaus berechtigt ist. Er schuf eine einzigartige Filmkunstfigur, die mit ihrem ständig ernsten Gesicht an berühmte Clowns erinnert.

Nach seiner Entstehung 1926 floppte der Film in den amerikanischen Kinos. Erst 1962 wurde er während einer Tour Keatons in Frankreich und Deutschland wieder entdeckt und gilt seitdem als wichtiger Bestandteil des Stummfilmkanons. Die Handlung irritiert insofern als die Guten des Films die während des Amerikanischen Bürgerkriegs die Sklaverei verteidigenden Südstaaten sind. Ihnen hilft Keatons Alter Ego durch handfeste Abenteuer mit seiner Lok „Der General“, die er waghalsig in diversen Verfolgungsjagden hinter die feindlichen Linien fährt, seine Freundin rettet und schließlich zum „Kriegshelden“ mutiert. Die Kriegshandlung ist auf mehreren Ebenen ironisch gebrochen und die Erfolge verdanken sich nicht selten positiven Zufällen eines Tolpatsches.

Keatons Umgang mit „großer“ Technik ist zurecht berühmt. Seine Interaktion mit der Lok ist fulminant inszeniert. Für die damalige Zeit dürften auch die Spezialeffekte kaum zu überbieten gewesen sein. Diese beiden Stummfilme haben jedenfalls in mir den Wunsch geweckt, ein Stummfilm-Projekt zu starten und mehr von diesem guten Stoff (wieder) anzusehen.

Abschließend sei noch bemerkt, dass überraschenderweise auch Playstation-Kids neunzig Minuten lang durch einen Buster Keaton exzellent zu unterhalten sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets