Laurent Cantet: Die Klasse (F 2008)

Filmcasino 25.1.

Die Goldene Palme, welche der Film letztes Jahr in Cannes bekam, ist sicher gerechtfertigt. Der Film erzählt (wobei „erzählt“ für den Dokumentarstil wohl nicht das richtige Adjektiv ist) das Leben einer Schulklasse während eines Schuljahres. Wer nun an „Club der toten Dichter“ denkt, liegt aber ganz falsch. Die Schule ist nämlich in einem der berühmten Banlieus von Paris angesiedelt, und die 13-15jährigen Schüler in der Klasse sind ein wilder multikultureller Haufen. Kein romantisch-kitischiger Internatsfilm also, sondern eine beeindruckende Milieustudie.

Cantet fängt die Konflikte und den Schulalltag sehr realistisch ein, mit Verständnis für die schwierige Situation der Schüler (und der Lehrer) und ist denkbar weit von einem Sozialporno entfernt. Der Film spielt praktisch ausschließlich in Schulräumlichkeiten, so dass für der Alltag der Betroffenen nur indirekt reflektiert wird. Die Laien-Schauspieler sind sehr authentisch. Eine Empfehlung.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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