Georges Braques

Bank Austria Kunstforum 4.1.

Seit Jahrzehnten gab es in Mitteleuropa keine Retrospektive seiner Werke mehr, was angesichts seines kunsthistorischen Ranges doch sehr seltsam anmutet. Schreibt man ihm gemeinsam mit Picasse doch gerne zu, die größte Revolution in der Malerei seit der Renaissance ausgelöst zu haben.
Es sei also das Bank Austria Kunstforum für die Organisation der Ausstellung gepriesen, zumal es belegt, dass Banken in Zeiten der Finanzkrise nicht zwangsläufig Unsinn machen müssen.
Die Schau ist chronologisch angelegt, und es ist ästhetisch doch sehr spannend, sehen zu können, wie sich Braque von einem Cezanne-Epigonen und Anhänger der Fauvisten hin zum Kubismus entwickelt. Die Werke sind klug ausgewählt, man kann die Übergänge genau beobachten.
Ansonsten sind viele seiner Stilleben zu sehen, bekanntlich sein Lieblingsgenre. Freunde der niederländischen Malerei werden hier einige interessante Bezüge entdecken. Kritisch könnte man anmerken: Es hätten schon etwas mehr Bilder sein dürfen. Die Erläuterungen zu den Bildern sind ausführlich und ebenfalls gut gelungen. Ein erfreuliches Kunsterlebnis.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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