Reise-Notizen: Jordanien (Ende): Petra

Die nach wie vor von Geheimnissen umwitterte Stadt Petra ist für viele Reisende der Hauptgrund, Jordanien zu besuchen. Die Popularität der Stätte zeigte sich auch in dessen Wahl zu den „Neuen sieben Weltwundern“. Dass Jordanien abgesehen von Petra eine Reise wert ist, sollten die vorherigen Notizen verdeutlicht haben.
Jahrhunderte wurde der Ort von Beduinen bewohnt, inzwischen wurde er gänzlich dem Tourismus gewidmet und die ehemals in den Ruinen hausenden Stämme werden dadurch belohnt, dass sie eine Art exklusives Dienstleistungsrecht für die Touristen wahrnehmen dürfen. Sieht mal allerdings die jungen Beduinen fußfaule Ausländer mit Kutschen oder Pferden fortbewegen, liegt der Gedanke nahe, dass dies in den Augen der Einheimischen kein sozialer Aufstieg sein kann. Beduinen waren immer schon als stolze Menschen bekannt.
Man erreicht Petra seit der Antike nur durch den Sik, einer 1,3km langen engen und gewundenen Felsschlucht, die man zu Fuß durchquert, wenn man auf die oben erwähnten beduinischen Transportmittel verzichtet. Viele antiken Stätten habe ich bisher besichtigt, aber einen so dramaturgisch perfektionierten Eintritt hatte ich noch nie. Die Felsen schimmern in verschiedenen Farben und es finden sich dort bereits bauliche Überreste wie etwa Wasserrinnen. Der Ausgang legt plötzlich den Blick auf das spektakulärste Monument der Anlage frei: Das Schatzhaus. Der Effekt ist ähnlich grandios wie bei den altägyptischen Baudenkmälern. Man weiß bis heute nicht genau, wer dieses Wunderwerk baute, noch welchen Zweck es diente. Nabatäer, Römer und Ägypter stehen für die Bauherren zur Auswahl, Tempel oder Grab als meistgenannte Bestimmung.
Petra streckt sich über eine weite Fläche, das wichtigste kann man an einem (anstrengenden!) Tag besichtigen eine vollständige Erkundung dauerte mehrere Tage. Es gibt an der Königswand eine Menge Grabstätten zu sehen. Die Überreste der Innenstadt (Säulenstraße, Löwen-Greifen-Tempel etc.) geben einen guten Einblick in die Anlage der Stadt.
Erwähnt sei noch die von Amerikanern ausgegrabenen Überreste einer byzantinischen Kirche mit Tiermosaiken in einer Qualität, wie man sie aus dieser Zeit wohl kein zweites Mal mehr zu sehen bekommt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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