Livius

Die Anfänge Roms. Buch V (dtv Bibliothek der Antike)

Das fünfte Buch schließt mein Livius-Lektüre vorläufig ab. Die ersten fünf Bücher wurden seit den Zeiten des Autors als geschlossene Einheit angesehen, weil sie schon Livius separat herausgegeben hat und sich das im Laufe der Druckgeschichte regelmäßig wiederholte.

Es gibt auch eine inhaltliche Zäsur, die römische Frühgeschichte endet mit der Eroberung Roms durch die Gallier, welche den römischen Staat kurz vor den Abgrund bringt. Auch die berühmten kapitolinischen Gänse haben in diesem Buch ihren Auftritt.

Von den Römern ob ihrer Raubzüge zur Rede gestellt, antworten die Gallier wie die Athener bei Thukydides den Meliern, dass der bestimme, wer die Macht auf seiner Seite habe:

    Als die Römer fragten, welcher Rechtsgrundsatz das sei, Land von den Besitzern zu fordern oder sonst mit den Waffen zu drohen und was die Gallier in Etrurien zu suchen hätten, sagten jene dreist, sie trügen ihr Recht in den Waffen und tapferen Männern gehöre alles. [S. 434]

Livius stellt sich allerdings nicht blind auf die Seite der Römer, sondern lässt dem Erfolg der Gallier durchaus Gerechtigkeit widerfahren:

    So sehr stand nicht nur das Glück, sondern auch die Vernunft auf der Seite der Barbaren.[S. 426]

Als vorläufiges Fazit sei gesagt, dass Livius eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Lektüre darstellt. Seine Popularität über die Jahrtausende hinweg lässt sich gut nachvollziehen. In absehbarer Zeit werde ich noch die Bücher über den zweiten Punischen Krieg lesen. Außerdem Machiavellis „Discourses on Livy“.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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