Reise-Notizen: Jordanien (2): Amman

Amman ist eine vergleichsweise junge Stadt, weshalb es keine klassische Altstadt wie in Kairo oder Istanbul gibt. Man sieht eine Menge von Hochhäusern und als Unterbrechungen im Stadtbild immer wieder punktuiert Minarette, die in der Nacht unterhalb der Spitze grün beleuchtet sind.
Schlendert man am Abend durch das zentrale Viertel der Stadt, findet man einerseits orientalischen Trubel wie in anderen levantinischen Städten, aber es läuft alles deutlich gemäßigter als etwa in Kairo ab. Man fühlt sich an eine mediterrane Großstadt erinnert, die es an die Grenze zum Orient verschlagen hat.
Zur Römerzeit hieß die Stadt an diesem Ort Philadelphia. Antiker Höhepunkt ist die Zitadelle auf einem Hügel über der Stadt, auf dem eine viertausendjährige Besiedlungsgeschichte nachweisbar ist. Dort gibt es zahlreiche Ausgrabungen zu besichtigen, so einen (vermutlich Herklules-) Tempel, eine Rundzisterne, Ruinen von Militärunterkünften, aber auch die Reste einer byzantinischen Kirche und eines omayyadischen Palasts.
Im Ausgrabungsgelände befindet sich auch das Archälogische Museum der Stadt. Es ist zwar klein, hat aber eine Reihe von speziellen Stücken zu bieten. So sah ich dort zum ersten Mal nabatäische Keramik. Herausragend sind auch die neolithischen Skulpturen von Ain Ghazal, die im Moment zu den ältesten menschlichen Skulpturen gezählt werden, und den modernen Betrachter ebenso sehr verblüffen wie die deutlich bekannteren Kykladen-Idole, die man in vielen Antikenmuseen der Welt besichtigen kann. Auch einige Fragmente der Quamran-Rollen finden sich dort.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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