Ruth Klüger

weiter leben. Eine Jugend. dtv

Jeden November wird in Wien ein von der Stadt und diversen Unternehmungen gesponsertes Gratis-Buch verteilt, das nicht nur in den Buchhandlungen aufliegt. Dieses Jahr fiel die Wahl auf Ruth Klügers beeindruckende Autobiographie, in der sie Ihre jüdische Kindheit im nazistischen Wien und Ihre Aufenthalte in Konzentrationslager schildert. Auch wenn das Buch von denen, die es wirklich nötig hätten (also jene, welche Wien bei jeder Wahl mit rassistischen Plakaten vollkleben) sicher nicht gelesen werden wird, war das eine gute Entscheidung.
Klügers Text gehört inzwischen zu den Klassikern des Genres. Das ist nicht zuletzt der dialogischen rhetorischen Strategie des Werks zu verdanken. Sie hält immer wieder inne, bezieht den Leser nicht nur in Ihre Zweifel und Bedenken über das Geschriebene ein, sondern adressiert ihre Leser und mögliche Reaktionen auf das Geschriebene immer wieder direkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets