Königin Noor

Im Geist der Versöhnung. Ein Leben zwischen zwei Welten. List

Auf der Suche nach Büchern für die Vorbereitung meiner Jordanien-Reise, wurde mir diese Autobiographie empfohlen. Geschrieben von der in den USA aufgewachsenen Gattin des König Husseins sollte man hintergründige Einblicke in das Land erhalten. Mein Eindruck von dem Buch ist zwiespältig. Es stimmt zwar, dass man einiges zu den Hintergründen der Geschichte Jordaniens seit den sechziger Jahren erfährt, darunter auch Interna über politische Abläufe im Königshaus und der jordanischen Regierung. Man wird aber während der gesamten Lektüre den Eindruck nicht los, nur an der Oberfläche zu kratzen.
Zusätzlich bringt es das Genre mit sich, dass fast alle Handlungen Husseins gerechtfertigt werden, und Königin Noor als treue Gattin ein sehr loyales Bild entwirft. Das wird speziell bei so umstrittenen historischen Ereignissen deutlich, wie Husseins (scheinbare?) Unterstützung Sadam Husseins im ersten Golfkrieg.
Nimmt man doch die unvermeidlichen Passagen hinzu, welche um Heirat, Hof und Kinder kreisen, von denen ich mir erlaubt habe, viele zu überblättern, fällt das Gesamturteil ziemlich negativ aus. Wer nach Jordanien fährt, sollte aus Metainteresse einen Blick hinein werfen, alle anderen können sich die Lektüre sparen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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