Reise-Notizen: Skopje

13.10-15.10.

Fliegt man nach Skopje, kann man sich eines Lächelns nicht erwehren. Der Flughafen ist einer der kleinsten, den ich beruflich je angeflogen bin. Ganze vier Gates sind vorhanden, und wenn man glaubt, man betrete nun die Empfangshalle, steht man schon im Freien. Nicht unsympathisch also, wenn die Mazedonier dieses putzige Bauwerk nach ihrem größten geschichtlichen Helden nennen: Alexander dem Großen.
Skopje selbst ist, diplomatisch formuliert, keine schöne Stadt. Einheimische versichern einem, das liege an dem großen Erdbeben Anfang der sechziger Jahre. Die Stadt wurde dem Erdboden gleich gemacht und der Wiederaufbau fand im Stile der damals populären Plattenbauten statt, die ja auch so manche deutsche Innenstadt verunstalten.
Die Stadt ist schnell besichtigt. Der moderne Hauptplatz ist als Zentrum konzipiert, um den sich Restaurants und eine Shopping Mall scharen. Überquert man die Steinbrücke vor dem Platz, so gelangt man zum Bazar der albanischen Minderheit, der zum Zeitpunkt meines Spaziergangs am früheren Abend jedoch fast menschenleer war, ganz anders als man es von orientalischen Bazaren sonst gewöhnt ist.
Die Umgebung dieses albanischen Viertels ist erschreckend heruntergekommen, und es bleibt kein Zweifel daran, wohin die Gelder der Regierung fließen. Vor Bürogebäuden hängen Schilder mit durchgestrichenen Revolvern und Pistolen: Keine wirklich vertrauenserweckende Geste.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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