Gomorrah

Filmcasino 26.9.
Regie: Matteo Garrone

Mehr als eine Million Exemplare gingen weltweit von Roberto Savianos Buch über die Camorra in Neapel über die Ladentische. Eine Verfilmung war also nur eine Frage der Zeit. Garrone hat sich für einen interessanten Ansatz entschieden, er hat einen klassischen Episodenfilm daraus gemacht. Er erzählt fünf unterschiedliche Geschichten aus dem Alltag der Camorra. Von einem Teenager, der in die Szene abgleitet, zwei junge Burschen, welche ihre Provokationen des Bezirks-Clan letztendlich mit dem Tod bezahlen, illegale Giftmüll-Entsorgung …
Es wirkt alles sehr authentisch und man bleibt verblüfft über die Zustände im Süden eines der wichtigsten EU-Länder zurück, auch wenn man eigentlich vorher schon „abstrakt“ wusste, wie es dort läuft. Besonders „malerisch“ setzt Garrone die heruntergekommenen Wohnblöcke ins Bild, die einen an Entwicklungsländer denken lassen.

Analyse bietet der Film keine, er konfrontiert die Zuseher „nur“ mit diesen unglaublichen Verhältnissen und will wach rütteln. Eine große Empörung verspürt man am Ende jedoch nicht, was aber weniger am Film liegt, sondern daran, dass man inzwischen einfach abgestumpft ist, angesichts der Vielzahl des Empörenswerten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets