Reise-Notizen: London und Oxford (13.-19.9.)

Schwer zu sagen, woran es liegt: Aber ich habe in London immer das schönste Wetter. Angeblich verbrachte ich eines der schönsten Wochenenden dieses Sommers dort, strahlend blauer Himmel, wenn man den notorischen Wetterraunzern in London glauben schenken darf.
Über meine beiden Ausstellungsbesuche berichtete ich ja in den letzten Tagen schon. Nachgetragen sei noch, dass ich im British Museum noch die Nahost-Abteilung ansah: Es gibt dort viele Fundstück aus der Levante, was ein schöner Einstieg für meine im November geplante Jordanien-Studienreise war. Das British Museum wäre alleine ein guter Grund, nach London zu ziehen.
Ansonsten flanierte ich viel durch die Stadt und war natürlich auch in der National Gallery, deren Bestand im Vergleich mit dem Louvre nicht sehr groß ist, die durch die Breite und Qualität vieler Gemälde aber sicher zu den großen Museen der Welt zählt. Bellinis Dogenbild (Loredan), Holbeins „Ambassadors“ und sehr viele Rembrandts seien nach meinen Vorlieben einmal willkürlich herausgegriffen.
Am Sonntag war britische Countryside angesagt und angesichts des erfreulichen meterologischen Zustands war halb London auf den Straßen unterwegs. Nebenbei sei bemerkt, dass die Kultiviertheit des durchschnittlichen britischen Autofahrers eine Freude ist, vor allem verglichen mit den Wiener PKW-Besitzern, von denen 80 Prozent ihr Hirn auf dem Parkplatz oder in der Garage aus mir unverständlichen Gründen zurücklassen.
Ich sah idyllische Dörfer mit Bausubstanz aus der frühen Neuzeit (pittoreske Strohdächer) und verbrachte einen halben Tag in Oxford, eine selbst für britische Verhältnisse ungewöhnlich propere Stadt. Die berühmten Colleges waren alle geschlossen und man konnte ungestört rätseln, wie es diese harmlose Kleinstadt zu einem intellektuellen Weltzentrum bringen konnte.
Das Ashmolean-Museum of Art & Archaelogy war eine kleine Enttäuschung. Zwar ist dieses wild zusammengewürfelte Sammelsurium nicht ohne Charme und die ägyptische Sammlung speziell bei kleinen Gegenständen sehr vollständig, doch ist von einer kuratorischen Idee (oder gar einem Konzept) leider gar nichts zu erkennen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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