Hadrian – Empire and Conflict (British Museum 13.9.)

Wie immer, wenn ich privat in London bin, führt mich mein erster Weg ins British Museum. Nachdem ich den Parthenon Skulpturen einen Höflichkeitsbesuch abstattete, ging ich in die Hadrian-Sonderausstellung, von der in der internationalen Presse ja viel zu lesen war.
Legt man die üblichen Maßstäbe an ein solches Unterfangen an, darf man es als gelungen qualifizieren. Die Ausstellungsstücke sind gut gewählt und präsentiert, auch für Raritäten wurde gesorgt. So war der kürzlich in der Türkei gefundene übergroße Marmorkopf des Hadrian zum ersten Mal zu sehen. Die didaktische Aufbereitung ist gut, das gilt auch für den ausführlichen Audioguide. Bedenkt man jedoch, dass es sich beim British Museum, um eines der besten Museen der Welt handelt, kommen doch einige Einwände in den Sinn. Die Ausstellung konzentriert sich auf das Leben und das kulturelle Umfeld Hadrians. Die politischen Leistungen werden zwar erwähnt, aber sie kommen – wie die antike Geopolitik der Zeit – deutlich zu kurz.
Generell ist die Ausstellung sehr auf den Laien angelegt. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, man hätte sich aber zumindest an einigen Stellen auch vertiefende akademische Informationen für den fortgeschrittenen Betrachter antiker Angelegenheiten gewünscht.
Ein Besuch kann trotzdem sehr empfohlen werden.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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