Maxim Gorki

Nachtasyl. Reclam

Dieses Drama ist speziell im deutschsprachigen Raum sehr bekannt. Max Reinhardts Inszenierung 1903 in Berlin hatte eine große Resonanz und die Rezeptionsgeschichte bis zum zweiten Weltkrieg wäre eine eigene Abhandlung wert.
Das Revolutionäre des Stücks waren dessen „Helden“. Zwar war es in Deutschland nicht zum ersten Mal, dass die Erniedrigten nd Beleidigten die Hauptrollen spielten (Büchner, Hauptmann), aber in dieser geballten Form waren gescheiterte Existenzen am Boden der Gesellschaft noch nicht präsent. Die Bewohner einer letztklassigen Absteige stehen im Mittelpunkt der Handlung. Angesichts der europaweit wieder neu aufgehenden Schere zwischen Arm und Reich liest sich das heute aktueller als noch vor 15 Jahren.
Gorki zeichnet nicht schwarz-weiss. In den Gesprächen und Erzählungen der Bewohner wird schnell deutlich, dass es nicht nur „die Gesellschaft“ ist, welche am Scheitern dieser Existenzen schuld ist. Dieser Faktor spielt im Russland der letzten Jahrhundertwende natürlich eine massgebliche Rolle, es werden aber auch individuelle Faktoren herausgearbeitet, welche an der Misere der Einzelnen mitverantwortlich sind.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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