Reise-Notizen Italien (Ende): Pompeji

Diese Station war, neben Paestum, natürlich der Ort, warum ich unbedingt an den Golf von Neapel reisen wollte. Bisher war Ephesus (siehe meine Notizen über die West-Türkei) die größte Ausgrabung einer Stadt, die ich besichtigte. Während man bei den meisten Stätten ja nur einige Überreste sieht, oft eingebettet in aktuelles urbanes Leben, zählen Ephesus und Pompeji zu den Orten, wo man buchstäblich in einer antiken Stadt spazieren gehen kann.

In Pompeji gelingt das besonders gut, man zahlt allerdings einen sehr hohen Preis: Der größte Teil der Mauern etc. ist nämlich restauriert wieder aufgebaut, oft sind nur wenige Prozent im Originalzustand. Das erfreut nun den Touristen, ist aus archäologischer Sicht allerdings bedenklich. In Ephesus ist man mehr auf die eigene Fantasie angewiesen, wird dafür (trotz einer Reihe von Rekonstruktionen) aber mit deutlich mehr Authentizität belohnt.

Mit dieser Einschränkung ist eine Besichtigung Pompejis sehr aufschlussreich. Ein ausführlicher Rundgang dauert mindestens einen halben Tag, danach hat man sich einen exzellenten Überblick über die Anlage der Stadt verschafft. Das Stadion beispielsweise lag außerhalb der Stadt, weil sich rivalisierende Fans immer wieder Prügeleien lieferten, und die Einwohner sonst belästigt hätten. Diese Weitsicht der römischen Stadtväter hätte man auch dem Wiener Magistrat gewünscht, der bekanntlich die lästigen Fanzonen für die Fussball EM direkt im Stadtzentrum angesiedelt hatte.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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