Uwe Johnson (3)

Jahrestage. Band 3. Suhrkamp Taschenbuch

Langsam las ich den dritten Teil von Johnsons Tetralogie. Der ersten Band ließ mich skeptisch zurück, vom zweiten war ich sehr angetan. Dieser setzte nun das positive Leseerlebnis fort. Auf der Jerichow-Handlungsebene wird die unmittelbare Nachkriegszeit beschrieben, speziell der Beginn der russischen Besatzung und damit der neuen Diktatur. Cresspahl verliert die Gunst der neuen Macht, wird als Bürgermeister von Jerichow abgesetzt, und landet dann längerer Zeit im Gefängnis und in einem Gefangenlanger. Die Zustände im Lager beschreibt Johnson schmerzend realistisch, inklusive der sadistischen Spiele der (immer noch) deutschen Aufseher.
Die fiktiven Tagebuchaufzeichnungen umfassen den Zeitraum von April 1968 bis Juni 1968 und sind damit ausführlicher und deutlich länger als früher. Wie bisher wird der Leser via New York Times mit den politischen Ereignissen konfrontiert, wo erneut der Krieg in Vietnam und die Turbulenzen in der CSSR eine herausragende Rolle spielen. Letzteres Thema wird noch dadurch verstärkt, dass Gesine in Ihrer Bank mit einem Kreditprojekt für die CSSR beschäftigt ist.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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