Reise-Notizen Italien (2): Museen in Rom

Leider war ich nicht lange genug in Rom, um mir auch nur annährend einen Überblick über die Vielzahl der Museen zu verschaffen. Auf dem Programm standen natürlich die Vatikanischen Sammlungen. Angesichts der langen (langen!) Schlangen vor den Kassen, war die Vorreservierung besonders angenehm: Wir kamen ohne zu warten hinein. Virtuell setzten sich die Schlangen im Inneren allerdings fort. Nun war ich inzwischen ja in vielen berühmten Museen der Welt, aber so ein Gedränge habe ich bisher nirgends erlebt. Eine ruhige Betrachtung der berühmten Werke ist kaum möglich, was angesichts der Fülle an großartiger Kunst eigentlich ein Verbrechen ist. Hätte man die Kunst und nicht die Maximierung der Eintrittsgelder im Auge, dürfte man maximal ein Viertel der Menschen den Eintritt gestatten. Man könnte das durch Vorverkauf und Reservierungen lösen, aber die Geschäftstüchtigkeit der katholischen Kirche dürfte dem entgegen stehen.

Höhepunkte der Höhepunkte waren selbstverständlich die Stanzen des Raphael (Schule von Athen!) und die Sixtinische Kapelle. Dort gelang es mir einen Platz am Rand auf einer Bank zu finden, so dass ich in einer halben Stunde Michelangelos megalomanisches Meisterwerk in Ruhe betrachten konnte.

Das zweite Museum, über das ich berichten kann, ist das Kapitolinische. Der Schwerpunkt dort liegt, wie unschwer zu erraten ist, auf den archäologischen Funden rund um das Kapitol und das Forum Romanum. Besonders beeindruckend ist die epigraphische Sammlung im Keller. Dort werden exemplarisch Inschriften aller Art mit Übersetzung didaktisch vorbildlich präsentiert. Sehr schön fand ich auch den „Philosophenraum“, der mit Büsten antiker Denker vollgestopft war. Trotz vieler hochrangiger Werke (Aphrodite von Knidos des Praxiteles, der Sterbende Gallier, beides natürlich römische Kopien uvm.) war das Museum erstaunlicherweise kaum besucht. Das Haus wurde übrigens bereits 1471 geöffnet und ist damit die älteste öffentliche Kunstsammlung in Europa.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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