Verdi: Aida

Staatsoper 13.2. 2008
Dirigent: Zubin Mehta
nach einer Inszenierung von: Nicolas Joel
König: Dan Paul Dumitrescu
Amneris: Marianne Cornetti
Aida: Hui He
Radames: Salvatore Licitra
Ramphis: Ain Anger
Amonasro: Marco Vratogna
Bote: Gergely Németi
Priesterin: Simina Ivan

Diese Inszenierung sah ich zum ersten Mal und man muss bei allen ästhetischen Vorbehalten einräumen: Die Opulenz der Aufführung ist beeindruckend. In bester konservativer Operntradition nimmt man die Ausstattungsmaschinerie der Staatsoper zu Hilfe, um ein naturalistisches altägyptisches Bühnenbild zu entwerfen. Das ist durchaus geschmackvoll gelungen, die Kostüme stehen den Requisiten naturgemäß um nichts nach. Kurz: Ein beeindruckendes Opernspektakel wird geboten.

Das wirkt in Zeiten des Regietheaters natürlich alles putzig anachronistisch. Musikalisch war der Abend überwiegend gelungen. Die Besetzung war hochkarätig, zu Beginn gab es allerdings unausgewogenen Ensemblegesang. Grandios der Chor der Wiener Staatsoper. Verdis Opernkunst zeigt sich in „Aida“ am klassischen Höhepunkt. Eine brillante Melodie folgt drei Stunden lang auf die nächste. So überrascht es nicht, dass Thomas Mann im berühmten „Grammophon“ Kapitel des „Zauberbergs“ das Finale der „Aida“ zur literarischen Verarbeitung auswählte. Verdis Kunst besteht darin, komplexe formale Techniken mit einer scheinbar eingängigen Oberfläche zu versehen. Man kann als Analogie dabei auch an Raffael denken, dessen Gemälde so natürlich wirken, obwohl sie streng geometrisch komponiert sind.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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