Rudolf Brändle: Zeugenfreundschaft. Erinnerungen an Thomas Bernhard

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Dieser kleine Band ist für Bernhard-Leser eine interessante Lektüre. Rudolf Brändle war der in „Die Kälte“ enthusiastisch beschriebene Freund, den Bernhard in der Lungenheilanstalt Grafenhof kennenlernte, und mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Brändle erzählt nun seine Version dieser Begegnung, und bestätigt einmal mehr, dass man Bernhards autobiographische Schriften unbedingt als Literatur lesen muss: Zwar ist Vieles tatsächlich autobiographisch, oft aber werden die Ereignisse literarisch sehr stilisiert oder gar frei erfunden.

Brändle beschreibt einen jungen, schüchternen und oft noch ziemlich kindischen jungen Mann, und gibt aufschlussreiche Einblicke auch in die Salzburger Zeit, die Bernhard in seiner Autobiographie ebenfalls ausführlich schildert. Die Erinnerungen sind differenziert und sachlich verfasst. Brändle versucht sowohl den damaligen Ereignissen als auch dem Charakter Bernhards möglichst unvoreingenommen gerecht zu werden.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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