Verdi: Otello

Staatsoper 9.10.
Regie: Christine Mielitz
Dirigent: Asher Fisch
Otello, Befehlshaber der venezianischen Flotte: Johan Botha
Jago, Fähnrich: Falk Struckmann
Desdemona, Otellos Gemahlin: Krassimira Stoyanova

Ich bin geneigt, mich dem Urteil anzuschließen, dass „Otello“ Verdis gelungeste Oper ist. Er bringt den Stoff in eine musikalische Form, welche die traditionellen Prinzipien der italienischen Oper (etwa die starre Unterscheidung zwichen Rezitativ und Arie) überwindet. Musiksprachlich scheut er nicht vor Dissonanzen zurück: Einige seiner „Harmonien“ weisen schon auf Mahler voraus. Die brutale Handlung und Jago als Erzbösewicht gewinnen dadurch große musikalische Glaubwürdigkeit.

Die Aufführung war erfreulich. Die drei Hauptrollen waren sehr gut bei Stimme. Das Wiener Staatsopernorchester schafft es diesmal nicht, das Niveau auf ein ärgerliches Maß zu drücken. Mielitz inszeniert das Stück (für Staatsopernverhältnisse) modern mit Betonung auf Lichtregie. Einziger Fauxpas: Sie lässt lächerlichweise den Darsteller des Otello auf dunkelhäutig schminken. Ansonsten sehr empfehlenswert.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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