Museen in München (1): Antikensammlung und Glyptothek

(Jeweils zwei Besuche am 08.06. und 10.06.)

Die antiken Sammlungen waren der wichtigste Grund für eine kleine Reise nach München. Der Königsplatz in München ist tatsächlich ein hübsches städtebauliches Ensemble für eine Präsentation antiker Kunst. Berühmt ist vor allem die Münchner Sammlung antiker Vasen, die weltweit einen Spitzenplatz einnimmt.

Deshalb ist es erstaunlich, dass in der Antikensammlung nur relativ wenige Stücke präsentiert werden, was für den gelegentlichen Besucher didaktisch wohl hilfreich ist. Wohnte ich in München, wäre mir die Auswahl aber zu gering. Die Gefäße werden chronologisch präsentiert, beginnend mit der mykenischen Zeit. Speziell bei den rotfigurigen Stücken sind einige sehr eindrucksvolle Motive dabei, etwa die gut getroffene Trauer aller Beteiligten wenn ein Soldat in den Krieg zieht. Keine Spur von Heldenethos: Ein betreten blickender junger Mann samt betroffene Eltern.

Die Aufstellung der Vasen ist nicht sehr besucherfreundlich: Viele sind in zweistöckigen Vitrinen untergebracht, deren „erster Stock“ nur knapp über den Fußboden angesiedelt ist, so dass eine ausführliche Besichtigung schwierig ist, will man nicht auf Knien herumrutschen. Das wurde in der neuen Wiener Antikensammlung deutlich besser gelöst, wo alles auf Augenhöhe ausgestellt ist. Im Untergeschoss gibt es noch eine vorzügliche Schmucksammlung zu sehen (darunter viel Etruskisches).

Die aktuelle Sonderausstellung „Mythos Troia“ setzt sich mit der Ikonographie des trojanischen Krieges auf der Keramik auseinander und ist unbedingt einen Besuch wert. Unser Bild dieses Mythos ist bekanntlich sehr einseitig, da „nur“ die beiden Epen Homers überliefert sind. Diese stellen aber nur einen Bruchteil des Bildmaterials der Vasen. Man sieht sofort, dass das Geflecht des Mythos weitaus dichter war als viele heute annehmen.

Nichts zu mäkeln gibt es an der optischen Präsentation der Skulpturen der Glyptothek. Der Besucher wird chronologisch von der archaischen bis zur spätrömischen Epoche geführt und bekommt einige repräsentative Stücke der verschiedenen Stile zu sehen: Skulpturen, Büsten, Grabreliefs und Sarkophage bilden den Schwerpunkt. Etwas mühsam ist das System der Beschriftungen: Auf den Exponaten findet sich meist nur eine Nummer die an einer Wandtafel erläutert wird.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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