Claudia Ott (Hrsg.): Tausendundeine Nacht (2)

Mein hier beschriebener Lektüreeindruck hat sich beim Lesen der zweiten Hälfte des Buchs nicht wirklich verändert. Mit der Einschränkung vielleicht, dass der „Enthusiasmus“ etwas nachgelassen hat. Denn nach einigen hundert Seiten ist man an die kunstvolle Technik der narrativen Verschachtelung bereits so gewöhnt, dass die formale Spannung nachlässt. Außerdem gibt es einige langatmige Liebesgeschichten ohne / mit wenigen fantastischen Elementen (an das Dekamerone erinnernd), die sich von den kurzweiligen und sehr kreativen anderen Texten negativ abheben.

Damit ist meine Beschäftigung mit diesem Werk aber noch nicht beendet: Ich will noch einige der berühmten Erzählungen in der kürzlich erworbenen Übersetzung Enno Littmanns lesen, die in der von Claudia Ott übersetzten Handschrift nicht enthalten sind (Sindbad beispielsweise). Der Band wird durch ein sehr informatives Nachwort Otts abgeschlossen, in dem sie sich (völlig überflüssigerweise!) auch dafür rechtfertigt, eine weitere Übersetzung angefertigt zu haben. Die von mir gebundende Ausgabe ist auch als Buch sehr gelungen: schön gebunden, geschmackvoll gesetzt, Lesebändchen.

Claudia Ott (Hrsg.) Tausendundeine Nacht (C.H. Beck)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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