Sun Tsu: Über die Kriegskunst

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Der chinesische General Sun Tsu schrieb im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung dieses erste Traktat über die Kriegskunst und hätte sich wohl kaum träumen lassen, dass seine Schrift 2500 Jahre später einmal von karrierebesessenen Brokern an der Wallstreet gründlich missverstanden wird: Als Anleitung zur strategischen Bekämpfung des Gegners im Berufsleben nämlich.

Liest man das Buch „richtig“, nämlich als einen Klassiker, der in einem bestimmten historischen und kulturellen Kontext steht, dann bemerkt man schnell zweierlei: Die Komplexität des Kriegsthemas schlägt sich in einer Reihe von widersprüchlichen Empfehlungen nieder. Neben einigen konkreten Ratschlägen zum Thema Terrain und dergleichen, läuft es auf folgenden Punkt hinaus: Die Situation vor Ort kritisch zu analysieren und ohne Rücksicht auf vorgefasste Meinungen oder moralische Skrupel die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Ratschläge sind denn auch oft so vage gehalten, dass man viel in sie hineininterpretieren kann. Das war und ist wohl ein Grund für den Erfolg dieses Buches.

Vergleicht man den intellektuellen Gehalt mit anderen antiken Autoren, wie dem von mir sehr geschätzten Thukydides wird man enttäuscht sein. Dieser lebte zwar zwei Generationen später, ist Sun Tsu aber in jeglicher Hinsicht weit überlegen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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