Volker Zotz: Konfuzius

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Sehr viel Gesichertes ist über das Leben des Konfuzius nicht überliefert, weshalb Volker Zotz natürlich keine klassische Biographie schreiben konnte, sondern sich auf die wenigen bekannten Lebensfakten beschränkt. Umgekehrt ist es bei der Lehre des Philosophen: Hier überdeckt die ausufernde Überlieferung und Ausschmückung der nachfolgenden Jahrhunderte den historischen Kern des Konfuzianismus.

Zotz beschränkt deshalb vor allem auf die Gespräche des Konfuzius und rekonstruiert dessen Lehre anhand diverser Themenkreise. Erwähnenswert aus moderner Sicht ist Konfuzius Drängen auf eine klare Terminologieverwendung, der ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Auch seine Ablehnung metaphysischer Spekulationen könnte man als eine skeptische Haltung interpretieren. Jedoch wäre es falsch, diese Seite zugunsten der konservativen Seite überzubewerten. So progressiv Konfuzius in manchen Annahmen zu sein scheint, so konservativ ist er, wenn er die Vergangenheit als Allheilmittel idealisiert.

Zotz hat ein gut lesbares kleines Buch geschrieben, das sich ausgezeichnet als Einführung in die Materie eignet. Einziger Kritikpunkt: Man stößt auf einige kulturpessimistische Seitenhiebe auf den westlichen Lebenstil, die nicht immer passend erscheinen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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