Karl Philipp Moritz: Andreas Hartknopf. Eine Allegorie

Reclam Verlag (Amazon Partnerlink)

Zu Recht berühmt wurde Moritz durch sein autobiographisches Buch Anton Reiser (Amazon Partnerlink), das sicher zu den interessantesten deutschen Romanen zählt. Ein früher psychologischer Roman, der die Entwicklung eines unterdrückten Kindes und jungen Mannes erzählt, samt den zahlreichen Demütigungen, denen sich ein mittelloser Intellektueller im 18. Jahrhundert ausgesetzt sah.

„Anton Reiser“ ist realistisch erzählt, mir einem starken Fokus auf die Psychologie der Figuren. „Andreas Hartknopf“ und „Andreas Hartknopfs Predigerjahre“ stammen etwa aus derselben Zeit, sind ästhetisch aber kaum vergleichbar.

Statt eines frühen realistischen Erzählens, hat man hier eine Mischung aus sehr divergenten stofflichen Elementen vor sich, arrangiert in kurzen Abschnitten, die oft nur lose durch die Figuren zusammengehalten werden. Es ist (fast) alles an Motiven vorhanden, was dem 18. Jahrhundert gut und teuer war: Romantische (wilde Natur, Galgen, Klöster, Religion), Sturm und Drang (Freundschaftskult, Pathos) und Aufklärung (Pädagogik). Die Aufklärungspädagogik wird durch die Figur des Hagebuck karikiert.

In Summe wirkt das bei der Lektüre vergleichsweise widersprüchlich, ohne dass in diesen Widersprüchen ein ästhetischer Mehrwert sichtbar wird. Trotzdem ist dieser Text schon alleine aufgrund seiner Ungewöhnlichkeit sehr interessant zu lesen. Wer das 18. Jahrhundert mag, sollte ihn sich nicht entgehen lassen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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