Shakespeare: Ein Sommernachtstraum

Burgtheater 9.1.
Regie: Theu Boermans
Theseus, Oberon: Peter Simonischek
Egeus: Bernd Birkhahn
Lysander: Philipp Hauß
Demetrius: Patrick O. Beck
Philostrat, Puck: Maria Happel
Squenz: Johannes Terne
Zettel, der Weber: Udo Samel

Leider ging meine anläßlich von „Viel Lärm um Nichts“ geäußerte Hoffnung, die nächsten Aufführungen mögen qualitativ diesen Auftakt fortsetzen, nicht in Erfüllung. Dieser „Sommernachtstraum“ hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Dabei wären die Voraussetzungen nicht so schlecht: Ein hervorragendes Ensemble, einige witzige Einfälle rund um Bühnebild, Kostüme und Besetzung (etwa die Elfen als alte Damen) böten eine gute Ausgangslage.

Trotzdem hat man von Anfang an den Eindruck, der Aufführung einer ambitionierten Schauspielschule beizuwohnen. Szene nach Szene wird handwerklich solide abgenudelt, und zwar in einer erstaunlich geistlosen Form. Von einer übergreifenden Regieidee oder einer intellektuellen Durchdringung des Stoffes keine Spur. So kann man sich der Verwunderung der NZZ nur anschließen, dass sich das Burgtheater so viel Mittelmaß erlaubt.

Der Shakespeare-Zyklus hat also unentschieden begonnen: Es kann nur besser werden.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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