Shakespeare: Viel Lärm um Nichts

Burgtheater 9.12.
Regie: Jan Bosse
Don Pedro, Prinz von Arragon / Ein Mönch: Nicholas Ofczarek
Leonato, Gouverneur von Messina: Martin Reinke
Don John, Pedros Halbbruder: Jörg Ratjen
Claudio, ein florentinischer Graf: Christian Nickel
Benedict, ein Edelmann aus Padua: Joachim Meyerhoff
Borachio, Don Juans Begleiter: Michael Masula
Hero, Leonatos Tochter: Dorothee Hartinger
Beatrice, Leonatos Nichte: Christiane von Poelnitz

Etwa zwölf Shakespeare Stück hat Klaus Bachler für diese und nächste Saison auf den Spielplan setzen lassen, eine mir naturgemäß sympathische Entscheidung. Den gelungenen Auftakt gab Jan Bosse nun mit seiner Inszenierung von „Viel Lärm um Nichts“. Die Burgtheater-Dramaturgie stutzte das Stück auf zwei Stunden zusammen. Nun bin ich kein Freund von Kürzungen, aber in diesem Fall wurde das Skalpell intelligent benutzt. Nur die Doppelbesetzungen, etwa Ofczarek als Don Pedro und Mönch, dürften auf die Nicht-Leser im Publikum etwas verwirrend wirken.

Oberflächlich im besten Sinn des Wortes hat Jan Bosse seine Regie angelegt. Er setzt fast ausschließlich auf die komödiantische Intrigenhandlung sowie auf den „Bühnenknüller“ Beatrice versus Benedict, die sich rhetorisch fulminant beflegeln. Erneut zeigt Meyerhoff sein grandioses komisches Talent. Die „Kreuzstruktur“ des Stücks wird trotz aller Oberflächlichkeit sichtbar und damit das ästhetische Kernprinzip der Komödie.

Das Bühnenbild witzig, die Kostüme geistreich, das Ensemble in Bestform: Was will man mehr?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets