Bellini: La Sonnabula

Staatsoper 22.11.
Inszenierung: Marco Arturo Marelli
Graf Rodolfo: Michele Pertusi
Amina: Anna Netrebko
Elvino: Antonino Siragusa

Anna Netrebko singt die Amina: Die Aufregung derjenigen, die Opern mit Events verwechseln, war groß. Ich kannte sie bisher nur von Aufnahmen und konnte die bisherige Netrebko-Hysterie nicht nachvollziehen. Sie gehört ohne Zweifel zu den talentiertesten Sängerinnen ihrer Generation und hat eine ungewöhnliche Bühnenpräsenz. Sie deshalb zur neuen Callas zu stilisieren, basiert auf einem ähnlichen Kurzschluss mit dem alle einigermaßen geglückten Familienromane zu neuen „Buddenbrooks“ erklärt werden.

Netrebko stellte die eben beschriebenen Qualitäten auch in La Somnabula unter Beweis. Mit Antonio Siragusa hatte sie aber einen unglücklichen Partner an der Seite. Siragusa agierte wie ein gut funktionierender Gesangsroboter, der auf die Bühne rollt, seine Gesangsdateien ohne technischen Probleme abruft, um dann erleichtert wieder von dannen zu ziehen. Seine Kopfstimme ließ jegliches Gefühl vermissen, kurz ein Auftritt von beachtlicher Leblosigkeit. Da half auch Michele Pertusis überzeugender Graf Rodolfo nichts mehr: der Abend war extrem unausgewogen. Dass sich das Staatsopernorchester nicht mit ästhetischen Ruhm bekleckert, darauf braucht man regelmäßige Besucher der Staatsoper ja nicht mehr explizit hinzuweisen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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