Schnitzler: Reigen

Burgtheater 21.10.
Regie: Sven-Eric Bechtolf
Die Dirne: Birgit Minichmayr
Der Soldat: Cornelius Obonya
Das Stubenmädchen: Tamara Metelka
Der junge Herr: Dietmar König
Die junge Frau: Regina Fritsch
Der Ehemann: Robert Meyer
Das süße Mädel: Stefanie Dvorak
Der Dichter: Juergen Maurer
Die Schauspielerin: Sabine Haupt
Der Graf: Sven-Eric Bechtolf

Schnitzlers berühmtestes Stück ist seit einigen Tagen wieder auf Wiens größter Bühne zu sehen. Premiere hatte es 1999 im Kasino, der Experimentierbühne des Burgtheaters, arbeitete sich 2002 zum Akademietheater vor und ist nun im großen Haus am Ring angekommen. Eigentlich eine Verlegenheitslösung, sollte doch im Oktober Andrea Breths lang erwarteter „Wallenstein“ in zwei Teilen Premiere feiern. Die Unpässlichkeit der Regisseurin warf jedoch die Saisonplanung um, weshalb man den mit bisher 80 Abenden sehr erfolgreichen „Reigen“ wieder ausgrub.

Bechtolfs Regie bringt die Struktur des Stücks quasi „wörtlich“ auf die Bühne: Alle Teilnehmer der Beischlafstaffel sind von Anfang an samt fahrbahren Betten auf der Szene und begeben sich für ihre Auftritt in den Vordergrund. Das Bühnenbild beschränkt sich ansonsten auf eine Feuermauer mit eindeutigen roten Lampen, die in großer Höhe montiert sind.

Bechtold läßt wie die meisten Schauspieler-Regisseure seinen Kollegen viel Spielraum und setzt auf das Wienerische des Stücks. Ergebnis ist eine herausragende Leistung des Ensembles, die mit sichtlicher Freude ihre Rollen ausspielen. Während andere Inszenierungen gerne die öde Melancholie der Akte betonen, steht hier die komödiantische Seite im Mittelpunkt. Grandios komisch etwa Jürgen Maurer als Dichter oder Regina Fritsch als hysterische junge Frau.

Prädikat wertvoll.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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