Mozart: Don Giovanni

Theater an der Wien 29.7.
Musikalische Leitung Bertrand de Billy
Inszenierung: Keith Warner
Radio-Symphonieorchester Wien
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Don Giovanni: Gerald Finley
Komtur: Attila Jun
Donna Anna: Myrtò Papatanasiu
Don Ottavio: Mathias Zachariassen
Donna Elvira: Heidi Brunner
Leporello: Hanno Müller-Brachmann
Masetto: Markus Butter
Zerlina: Adriane Queiroz

Angesichts der kulturellen Sommerdürre in Wien freut man sich über jede musiktheatralische Abwechslung. Geboten wurde ein passabler Opernabend. Herausragendes gab es aber keiner Stelle. Bertrand de Billy steuerte sein Orchester irgendwo zwischen Wohlklang und historischer Ruppigkeit durch die Partitur. Gesanglich bewältigte das Ensemble das Stück leidlich, einige, wie Heidi Brunner, manchmal mit hörbarer Anstrengung.

Die Inszenzierung ist wenig konsistent. Keith Warner versetzte die Akteure in ein Hotelambiente und zog viele Szenen ins Komische (samt gelungenen Pointen). Dieser Regieansatz wurde jedoch immer wieder durchbrochen, vor allem durch ein ausgesprochen pathetisches Ende mit viel Theaterblut. Sollte das als Parodie gemeint gewesen sein, kam diese Botschaft zumindest bei mir nicht an.

Die Ensembleszenen und die Choreographie war nicht selten diffus. Hier hätte man vielleicht etwas ausführlicher proben sollen. Mit einem Besuch der Aufführung begeht man keinen Fehler, solange man keinen großen Wurf erwartet.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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