Thomas Müller: Bestie Mensch. Tarnung. Lüge. Strategie

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Müller gilt als der deutschsprachige Kriminalpsychologe, der Verlag bezeichnet ihn gar als führenden europäischen Experten. Sein Buch könnte also anthropologisch interessant sein, dachte ich. Anstatt einer methodischen Präsentation des Forschungsstandes bekommt der Leser jedoch nur eine seltsame Mischung aus persönlichen Eitelkeiten und Thesen präsentiert. Müller verkauft psychologische Banalitäten als große Erkenntnisse. Dass beispielsweise das Beobachten von Verhaltensweisen sehr aufschlussreich sein kann, ist in der Psychologie seit Jahrzehnten eine Binsenweisheit. Die von Müller hervorgehobene Banalität des Bösen ist ebenfalls ein bekannter Gemeinplatz, auch wenn Öffentlichkeit und Medien oft entgegen dieser Erkenntnis agieren.

Eine akademisch fundierte Diskussion der Kriminalpsychologie fehlt vollständig. Statt dessen muss man kleinbürgerliche Moralpredigten lesen:

Verstehen wir denn den Hilfeschrei unsere Kinder, oder betrachten wir es schon als lästige Begleiterscheinung, noch schnell am Abend das Gebet zu sprechen und die Aufgaben unserer Kinder kontrollieren?

[S. 144]

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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