Lars von Trier: Manderlay

Filmcasino 27.12.

Es handelt sich um den zweiten Teil der Trilogie, welche mit „Dogville“ begonnen hat. Lars von Trier setzt das innovative ästhetische Konzept des Erstlings fort. Der Film wird in einem Kunstraum gedreht. Die Orte sind artifiziell auf dem Boden durch entsprechende Beschriftungen gekennzeichnet. Die Innenräume kann man sehen, Wände und Türen sind fiktiv. Trotz dieser hohen Künstlichkeit gewöhnt man sich sehr schnell an das Setting und der Film wirkt erstaunlich lebensnah. Ein cinematographisch höchst interessanter Effekt.

Kritiker waren Lars von Trier teilweise „plumpen Antiamerikanismus“ vor. Tatsächlich gibt es Elemente, welche diese Bewertung als gerechtfertigt erscheinen lassen. Andererseits werden die psychologischen Abgründe von Rassismus und Sklaverei sehr differenziert ausgeleuchtet. Der Film erzählt die Entwicklung einer 70 Jahre zu spät von der Sklaverei befreiten Baumwollplantage, die nun in Eigenregie der ehemaligen Sklaven betrieben wird. Grace, Protagonistin in „Dogville“ und die Tochter eines Gangsterbosses will die Sklaven in die Freiheit führen. Ironischerweise mit Unterstützung einer Handvoll väterlicher Gangster. Ihr guter Wille führt jedoch zu einer Reihe von zweifelhaften Wirkungen samt einem überraschenden Ende.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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