Franzobel: Wir wollen den Messias jetzt. Uraufführung

Akademietheater 22.10.
Regie: Karin Beier
Jesus: Joachim Meyerhoff
Caroline: Christiane von Poelnitz
Mutter: Kirsten Dene u.a.

Wer einen interkulturellen Säkularismusvergleich anstellen will, kann das neue Stück von Franzobel als gutes Beispiel verwenden. Während es in Ägypten drei Tote bei Unruhen aufgrund eines angeblichen blasphemischen Stückes gibt, regt in sich in Wien niemand mehr über den erfreulich respektlosen Umgang mit religiösen Themen auf. Wer als Autor heutzutage auf Skandale setzt, hat es schwer.

Die zwei pausenlosen Stunden dieser Uraufführung sind nicht selten zäh. Der Niveau des Sprachwitz‘ ist schwankend, vom banalen Kalauer bis geistreichen Pointen reicht die Palette, wobei sich die Zahl der letzteren in überschaubaren Grenzen hält. Der Klamauk geht oft auf Kosten der Substanz und der ständige Rückgriff auf skatologische Metaphorik ermüdet auf die Dauer.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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