Blog zur Frankfurter Buchmesse

Obwohl ich von Blogs aus verschiedenen Gründen nicht viel halte, ließ ich mich inkonsequenterweise für eines rund um die Buchmesse rekrutieren, das man hier findet. (Anm. 8/2009: Es handelt sich um den „Literaturwelt“-Blog.) Meine Beiträge werden aber auch an dieser Stelle zu lesen sein, wie etwa Folgender über Brockhaus.

„200 Jahre Brockhaus”

So heißt das zur Buchmesse aufgelegte Magazin des Brockhaus Verlages (recte: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG), in dem man sich selbst feiert. Der Marketingapparat des Hauses läuft ja nun schon seit Monaten auf Hochtouren, um die neue 21. Auflage des “Großen Brockhaus” anzukündigen. Größer, schöner, bunter und digitaler soll er werden. 31.000 Fotos und 8.000 Grafiken werden versprochen.

Keine Rede ist natürlich davon, dass schon die 20. Auflage durch den Trend zur Focus-ierung unter zunehmenden Textschwund litt. Wer an der umfassenden Darstellung von ganzen Wissensbereichen interessiert ist, sollte ohnehin besser zur Encyclopaedia Britannica greifen, deren Artikel nicht selten Buchlänge erreichen, und die deshalb eine kleine Bibliothek ersetzt. Wobei der Brockhaus möglicherweise vom Erfolg der Wikipedia profitieren könnte, denn nicht alle wollen sich auf Informationen verlassen, die ein Spaßvogel ein paar Minuten vorher noch hätte ändern können. Zur Feierlichkeit des Werbemagazins passt naturgemäß, dass in der graphischen Zeitleiste zur Verlagsgeschichte zwar der Bombenangriff 1943 auf den Verlag in Leipzig erwähnt, der vierbändige Nazi-Brockhaus (1941/42) aber elegant verschwiegen wird.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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