Thomas Bernhard: Der Keller. Eine Entziehung [2.]

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Die Erzählung schließt chronologisch an „Die Ursache“ an. Der Ich-Erzähler verlässt auf eigene Faust das Gymnasium und sucht sich eine Lehrstelle als Kaufmann in den Slums von Salzburg, der Scherzhauserfeldsiedlung. Nebenbei sei bemerkt, dass man dem autobiographischen Gehalt dieser „Autobiographie“ gegenüber eine Portion Skepsis mitbringen sollte. Bernhard stellt ästhetische Belange immer über biographische Wahrheiten.

Die künstlerische Qualität dieses Textes liegt maßgeblich in der Kombination aus der artifiziellen Sprache Bernhards mit naturalistischer Thematik. Der Blick der Hauptfigur auf das Salzburger Subproletariat ist einerseits empathisch, andererseits kritisch und illusionslos. Diesen Spagat authentisch zu bewältigen, macht Thomas Bernhard so schnell niemand nach.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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