Das Jahrhundert an der Gurgel packen

Elias Canetti (1905-1994)
(Ausstellung im Jüdischen Museum Wien 15.8.)

Kurator der Ausstellung ist Sven Hanuschek, dessen neue Canetti-Biographie von der Kritik wohlwollend aufgenommen wurde. Das Leben Canettis wird in einer Reihe von Stationen vorgestellt, die nicht nur zahlreiche Dokumente im Original zeigen, sondern auch durch Filme und Hörbeispiele ergänzt werden.

Zusätzlich gibt es thematische Schwerpunkte. Canettis methodisch und theoretisch sehr problematisches Buch „Masse und Macht“ wird leider nicht nur völlig kritiklos präsentiert, die Schwächen der Studie werden sogar in Stärken umgebogen. Wie so oft in den Geisteswissenschaften werden literarische mit wissenschaftlichen Qualitäten verwechselt. Gut gelungen ist die Präsentation des Nachlasses, welche einen Eindruck von dem enormen Papierbergen gibt, welche noch aufzuarbeiten sind. Sehr schön auch die letzte Station „Bibliomanie – Die Blendung“.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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