Michelangelo und Rubens

Albertina 27.9.

In den letzten Wochen wurde in Wien eine beliebte Debatte besonders angeregt geführt: über den (Un)sinn von Blockbusterausstellungen. Fantasielos und quotengeil nennen sie die einen, während die anderen auf die ästhetischen Qualitäten pochen und das große Risiko solcher Veranstaltungen hervorheben. Naturgemäß sieht zwischen den Zeilen der Kritiker immer wieder Neid hervor, wenn schlecht dotierte Veranstaltungsmacher über die „reichen“ Kollegen herziehen.
Als Kunstinteressierter, der sich seit einigen Jahren so gut es geht in die Welt der bildenden Künste hineindenkt, fällt das Urteil leicht: Es ist ausgesprochen praktisch El Greco, Kandinsky, Parmigiano, Rembrandt und viele mehr vor der Haustür präsentiert zu bekommen. „Michelangelo und seine Zeit“, die nur noch kurz zu sehen ist, prunkt in erster Linie mit Albertinabeständen. Die Werke des Florentiners sind auch nur in der Minderheit, der Titel der Ausstellung ist also hauptsächlich dem Marketing geschuldet. Trotzdem ist die Fülle der Zeichnungen höchst sehenswert, speziell auch die von Rafael und seinem Umfeld.

Eine ähnlich positive Empfehlung verdient die Rubensschau, die den Künstler von sehr verschiedenen Seiten zeigt. Füllige nackte Damen sind kaum anzutreffen, dafür zahlreiche Beispiele der Rubenschen Portraitkunst. Mehr als 160 Werke sind ausgestellt, die man sich am besten in mehreren Tranchen ansieht.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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